Case Study: Stadtverwaltung Idar-Oberstein
Case Study: Stadtverwaltung Idar-Oberstein

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Führungskräfte, souverän in Veränderungen und schwierigen Zeiten: Training mit dem 3 Ebenen Modell
Ausgangslage des Kunden

Führung in der Verwaltung bedeutet heute: Verantwortung übernehmen, auch wenn der eigene Gestaltungsspielraum begrenzt ist. Bürgeranliegen, politische Erwartungen, gesetzliche Vorgaben, Digitalisierung und interne Veränderung treffen auf einen Alltag, der zuverlässig funktionieren muss.

Bei der Stadtverwaltung Idar-Oberstein starteten die Führungskräfte mit sehr unterschiedlichen, aber verwandten Herausforderungen: ein hohes Stresslevel, wenig Energie an langen Tagen, Kopfschmerzen, innere Anspannung und der Wunsch, in schwierigen Situationen ruhiger und klarer zu reagieren.

Ein zentrales Thema war dabei:

Wie bleiben Führungskräfte handlungsfähig, wenn sie vieles nicht einfach ändern können – aber trotzdem Verantwortung tragen?

Gerade in Verwaltungsorganisationen ist diese Frage besonders relevant. Denn vieles ist von außen vorgegeben. Die Lernexpedition bestand also nicht darin, „Stress abzuschaffen“, sondern darin, einen besseren inneren Kompass für den Umgang mit Druck, Verantwortung und anspruchsvollen Gesprächssituationen zu entwickeln.

Vorgehen

Das Training wurde nicht als klassische Führungskräfteschulung erlebt. Die Teilnehmenden beschrieben es als individueller, interaktiver und experimentierfreudiger als bisherige Seminare. Statt reiner Wissensvermittlung ging es darum, die eigene Führung im Alltag wirklich zu verstehen – und Schritt für Schritt anders zu gestalten.


Gearbeitet wurde mit dem 3-Ebenen-Modell von Neuro Pioneers:

1. Verhaltensebene / Strategie:

  • Praxisnahe Reflexion konkreter Führungssituationen
  • Austausch zu Druckmomenten im Verwaltungsalltag
  • Anwendung von Techniken zur Selbstregulation in akuten Stresssituationen
  • Transfer in den eigenen Führungsalltag

2. Mindset Ebene / Story:

  • Reflexion persönlicher Stressmuster
  • Arbeit mit eigenen Werten als Orientierung unter Druck
  • Auseinandersetzung mit Akzeptanz und Veränderbarkeit
  • Reflexion eigener Bedürfnisse als Führungskraft
  • Entwicklung eines bewussteren Umgangs mit inneren Antreibern

3. Neuroebene / State:

  • HRV-/Stressmessung als Reflexionsinstrument
  • Analyse von Energie, Erholung und Regeneration im Arbeitsalltag
  • Entwicklung alltagstauglicher Routinen für mehr Führungsstabilität
  • Verbindung von körperlichem Zustand und Führungsverhalten
Unsere Resultate

Der größte Unterschied: Die Führungskräfte haben nicht einfach neue Methoden kennengelernt. Sie haben gelernt, sich selbst in Drucksituationen besser zu führen.

Der Verwaltungsalltag bleibt anspruchsvoll. Bürgeranliegen, politische Vorgaben und gesetzliche Anforderungen verschwinden nicht. Aber die Teilnehmenden haben ihren inneren Kompass geschärft: Sie erkennen früher, wann Druck entsteht, reagieren weniger automatisch und können bewusster entscheiden, wie sie in schwierigen Momenten auf Kurs bleiben.

Ein Teilnehmer beschreibt diesen Unterschied sehr konkret:

„Ich kann mich jetzt auch an stressigen Tagen eher darauf konzentrieren, dass ich ruhig bleibe und vielleicht auch Entscheidungen, die nicht sofort getroffen werden müssen, dahin verschiebe, wenn ich wieder mehr Energie habe.“

Das ist mehr als Stressmanagement. Das ist Führungskompetenz: nicht sofort reagieren, sondern den richtigen Moment wählen.

Was sich konkret verändert hat

1. Aus Druck wurde Orientierung

Vor dem Training wurde Stress eher als etwas erlebt, das Energie zieht und den Tag bestimmt. Nach dem Training entsteht mehr Abstand zum eigenen Stress. Die Führungskräfte können ihn besser einordnen und bewusster mit ihm umgehen.

„Mein Umgang mit Stress ist entspannter tatsächlich, weil ich einfach das Gefühl habe, dass ich damit umgehen kann.“

Die Wirkung: weniger inneres Getriebensein, mehr Klarheit in schwierigen Momenten.


2. Aus Reaktion wurde bewusste Führung

Mehrere Teilnehmende beschrieben, dass sie heute ruhiger, geduldiger und gelassener auftreten. Besonders stark ist dabei: Diese Veränderung bleibt nicht innerlich, sondern wird im Führungsalltag sichtbar.

„Ich fühle mich klarer als Führungskraft und glaube, ich wirke dadurch auch gelassener und vielleicht auch etwas souveräner als vorher.“

Die Wirkung: Führung wirkt weniger angespannt, weniger impulsiv und mehr auf Kurs.


3. Aus Erschöpfung wurde mehr Führungsenergie

Ein Teilnehmer startete mit Kopfschmerzen und dem Gefühl, dass der Tag sehr viel Energie fordert. Nach dem Training beschreibt er eine spürbare Veränderung:

„Ich fühle mich jetzt fitter und habe mehr Energie, um auf Stress auch zu reagieren.“

Die Wirkung: mehr Präsenz an langen Tagen, mehr Belastbarkeit in Entscheidungssituationen und mehr Spielraum, auch spät im Arbeitstag noch ruhig zu bleiben.


4. Aus „Ich muss funktionieren“ wurde Selbststeuerung

Ein starkes Ergebnis liegt auf der Mindset-Ebene. Die Teilnehmenden nehmen den Druck nicht mehr nur hin, sondern verstehen besser, was in ihnen passiert. Eine Teilnehmerin beschreibt, dass sie sich heute zugestehen kann, gestresst zu sein – und gleichzeitig weiß, dass sie Werkzeuge hat, damit umzugehen.

Die Wirkung: weniger Kampf gegen den Stress, mehr Akzeptanz, mehr Handlungsfähigkeit.


5. Aus Seminarwissen wurde persönliche Expedition

Das Training wurde nicht als typische Schulung erlebt, sondern als anderer Zugang zu Führung: individueller, experimentierfreudiger und näher am eigenen Alltag.

„Ich habe das Training als sehr individuell empfunden. Das war ein großer Unterschied zu den bisherigen Führungskräfteseminaren.“

Ein anderer Teilnehmer beschreibt es als „sehr experimentierfreudig“ und als „ganz anderen Ansatz“.

Die Wirkung: Führungskräfte bleiben nicht bei Theorie stehen. Sie beginnen, ihre eigenen Muster zu erkennen, neue Wege auszuprobieren und Führung stärker von innen heraus zu entwickeln.

Über die Stadverwaltung Idar-Oberstein

Die Stadtverwaltung Idar-Oberstein gestaltet das öffentliche Leben der Stadt und bietet vielfältige Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen.

Über 600 Mitarbeiter:innen

 Zuständig für 30.170 Einwohner

Mehr als 30 Fachbereiche

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Ausgangslage des Kunden

“Die Anforderungen an Führungskräfte haben sich in Zeiten von Transformation, Fachkräftemangel und wachsender Komplexität deutlich verändert. In der Sparkasse besteht aktuell Entwicklungspotenzial im Bereich der Führungskompetenz, insbesondere im Umgang mit herausfordernden Gesprächssituationen. Führungskräfte stehen zunehmend vor der Aufgabe, Konflikte konstruktiv zu gestalten und Mitarbeitergespräche zielorientierter zu führen. Dabei zeigt sich, dass Feedback nicht immer klar und wirkungsvoll vermittelt wird. Auch komplexe Führungssituationen fordern eine noch stärkere Handlungssicherheit und Kommunikation auf Augenhöhe. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Führungskultur aktiv weiterzuentwickeln und die Führungskräfte fit für die Herausforderungen von morgen zu machen. daher haben wir uns entschieden mit Neuro Pioneers ein Programm für unsere Führungskräfte zu starten.” Nathalie Frensel, Personalentwicklerin

Vorgehen

Das Training wurde auf drei Ebenen durchgeführt (veranschaulicht durch das Eisbergmodell):

1. Verhaltensebene:

  • Rollenspiele
  • Training von Gesprächseinleitungen
  • Umgang mit Konflikten: Klarheit vor Harmonie

2. Mindset Ebene / Reifegrad:

  • Einsatz des BIG Five Persönlichkeitsverfahrens: Jede:r Teilnehmer:in startete mit der Auswertung seines/ihres individuellen Profils
  • Identifikation persönlicher Glaubenssätze
  • Arbeit mit dem Wertequadrat nach Schulz von Thun
  • Haltungsarbeit im Sinne der Ich-Entwicklung

3. Neuroebene:

  • Gezielte Tests über die Garmin-Stressmessung
  • Cortisol-Challenge
  • Dopamin-Challenge
Unsere Resultate

1. Verhaltensebene:

  • „Ich fühle mich in Gesprächen deutlich sicherer.“
  • „Ich weiß jetzt, wie ich ein Gespräch so beginnen kann, dass mein Gegenüber nicht in Stress gerät. Besonders das Training klarer Einleitungen hat mir sehr geholfen.“
  • „Ich kann meine Argumente präziser formulieren, auf den Punkt bringen – und auch mal bewusst schweigen.“
  • „In Konflikten bin ich sicherer geworden, weil ich nun besser zwischen Training und Coaching unterscheiden kann. Ich frage zuerst, ob eine Kompetenz fehlt oder ob es um eine persönliche Blockade geht.“
  • „Gespräche mit Mitarbeitenden über Zahlen fallen mir leichter, weil ich besser auf deren Persönlichkeit eingehen kann – und gleichzeitig meine eigenen Ziele im Blick behalte.

2. Mindset Ebene / Reifegrad:

  • „Ich verhalte mich natürlicher – mehr so, wie ich wirklich bin – und weniger so, wie ich meine Rolle verstanden habe. Das kommt bei den Mitarbeitenden besser an, und ich fühle mich wohler.“
  • „Durch die BIG Five habe ich verstanden, warum mich bestimmte Verhaltensweisen so stark triggern – auch wenn sie nur ansatzweise vorhanden sind.“
  • „Ich kannte viele Feedbackmethoden schon – aber zum ersten Mal setze ich sie jetzt auch emotional ein, nicht nur rational. Das funktioniert viel besser.“
  • „Ich kann meinen emotionalen Zustand besser am Gegenüber ausrichten. Früher haben mich Ärger oder Wut oft übermannt – jetzt kann ich sie besser regulieren.“

3. Neuroebene:

  • „Seit Jahren schlafe ich endlich wieder richtig gut. Das gibt mir die Energie, an meiner Persönlichkeit zu arbeiten.“
  • „Durch meine Uhr sehe ich, wie wichtig regelmäßige Pausen sind. Wenn ich sie konsequent einhalte, verlaufen meine Gespräche viel besser.“
  • „Ich habe genau gesehen, was ich brauche, um morgens mit voller Energie aufzuwachen. Wenn ich abends noch soziale Termine habe, leidet meine Regeneration – das erklärt auch meine BIG-Five-Auswertung: Meine introvertierte Seite braucht Rückzug. Das war eine sehr erkenntnisreiche Erfahrung.“
  • „Die Cortisol-Challenge hat mir geholfen, morgens fitter zu sein und schwungvoll in den Tag zu starten. Dadurch konnte ich die Gesprächsleitfäden besser anwenden.“
  • „Durch die Serotonin-Challenge konnte ich mit mehr Gelassenheit in Gespräche gehen.“

Über die Sparkasse Mainfranken Würzburg

Die Sparkasse Mainfranken Würzburg ist eine der größten Sparkassen Bayerns und gestaltet die Zukunft der Region aktiv mit.


Die Stadtverwaltung Idar-Oberstein bietet seit einigen Jahren ergänzend zu fachlichen Weiterbildungsmaßnahmen auch Führungskräfteseminare zu vielen wechselnden Themen an. Erstmals nutzten wir das Team von Neuro Pioneers zu dem für uns neuen Ansatz, die Führungskräfte mit Wissen und Grundlagen aus dem Gebiet der Neurobiologie zu schulen und mit dem Angebot eines individuellen Coachings zu begleiten.
Neu war auch das Angebot, Verhaltensänderungen mit der Nutzung von Smartwatches messbar zu machen.

Nach drei Monaten der Zusammenarbeit ist die Resonanz der teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen echte Begeisterung. Die Rückmeldungen sind, dass sie mit dem vermittelten Wissen, welche spürbaren und messbaren Erfolge schon kleine Verhaltensänderungen im Alltag bewirken können, nun „gestärkt aus der Lernreise“ in den beruflichen und privaten Alltag starten.

Steffen und Anne, ganz herzlichen Dank dafür.

Wolfgang Petry

Leitender Bürobeamte & Ausbildungsleiter der Stadtverwaltung Idar-Oberstein

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